
Vorwort & Geistlicher Impuls
Vorwort 1. Vorsitzender

Liebe Mitglieder und Freunde der Kolpingsfamilie,
Katholikentag, Fronleichnam, Gartenfest, Kolpingtag – was haben diese Veranstaltungen gemeinsam? Alle vier Veranstaltungen fanden bzw. finden ganz bewusst in der Öffentlichkeit statt und demonstrieren, dass es die Kirche, die Gemeinschaft der Christen oder die Kolpingsfamilien noch gibt. Und sie zeigen auch, dass es Gläubige gibt und sie Gottesdienste gezielt an verschiedensten Orten feiern: mitten in den Städten, mitten auf der Landesgartenschau und auch auf unserer Kolpinghütte. Und sie dokumentieren darüber hinaus, welches großartige ehrenamtliche Engagement in vielfältigen Bereichen aufgebracht wird.
Wenn permanent der Rückgang der Kirchenmitglieder oder die Auflösung von Kolpingsfamilien beklagt wird, sind gerade solche Veranstaltungen ein wichtiges und starkes Zeichen dafür, dass es noch nicht zu spät ist. Wir müssen uns nur viel stärker trauen, selbstbewusst in der Öffentlichkeit aufzutreten und dafür einzustehen, was wir tun.
Der diesjährige Katholikentag in Würzburg stand unter dem Leitwort: „Hab Mut, steh auf!“ Dr. Katrin Großmann, Leiterin der Abteilung Theologie und Glaube im ZdK-Generalsekretariat, schrieb dazu: „Das Leitwort des 104. Deutschen Katholikentags ist ein Zitat aus dem Markusevangelium. Es ist ein Ausdruck der Ermutigung, der in den Herausforderungen, in denen wir heute stehen, eine hohe Aktualität hat. Zugleich regt der Text dazu an, über unsere Identität als Kirche nachzudenken: Sind wir eine Gemeinschaft, in der Menschen, die am Rande stehen, keinen Platz finden oder wollen wir eine Kirche sein, die Menschen ermutigt und aufbaut? … .“
Und das Motto des Diözesanen Kolpingtags am 26. Juli 2026 auf der Landesgartenschau in Ellwangen lautet: „Zusammen sind wir Kolping – Gemeinschaft lebt vom Engagement“. Ich hoffe und wünsche mir, dass sich Viele auf den Weg nach Ellwangen machen, um KOLPING aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen und zu erleben.
Zuvor feiern wir aber unser traditionelles Gartenfest auf der Kolpinghütte und hoffen auch dort auf zahlreiche Gäste. Mich freut es ganz besonders, dass sich wieder viele Helferinnen und Helfer gefunden haben, die das Fest erst ermöglichen. Hier können wir uns einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und zeigen:

Eine Veranstaltung ganz anderer Art findet am 11. Juli statt und zwar die Bergmesse auf der „Schwabenliesel“. Nachdem sie letztes Jahr witterungsbedingt leider abgesagt werden musste, nehmen wir nun einen neuen Anlauf. Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse im 2. Weltkrieg dürfen auch 81 Jahre nach Kriegsende nicht in Vergessenheit geraten – gerade in der heutigen Zeit.
Herzliche Einladung zu allen Veranstaltungen!
Martin Joklitschke
Impuls unserer geistlichen Leitung

Kleine Zeichen
Liebe Kolpinggeschwister,
ich möchte euch heute etwas von meiner Großmutter erzählen. Sie hat Ansichtskarten gesammelt. Einige ihrer Enkel haben ihr deshalb aus dem Urlaub immer eine solche geschickt. Unter anderem ich. Da sie bei uns im Haus gewohnt hat, habe ich irgendwann gewusst, dass ihre Augen zu schlecht sind, um die Karten noch lesen zu können. Also habe ich nur noch in ganz dicken Buchstaben meinen Namen auf die Karte geschrieben. Einmal kam ich aus dem Urlaub und Sie begrüßte mich etwa so (den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr): „Ich habe mich über die Karte gefreut. Es stand alles Wichtige drauf: Das Essen ist gut, die Gegend ist schön und das Wetter passt auch, die Menschen sind freundlich und wir haben schon viel erlebt! Ganz liebe Grüße“. Natürlich stand nichts davon in Worten auf der Karte, da stand nur mein Name, aber meine Oma hat alles reingelesen, was da hätte stehen können. Wir haben dann gemeinsam gelacht und ich wusste, sie hat sich über die Karte einfach gefreut.
Letzte Woche habe ich von meinem 10jährigen Patenkind eine Ansichtskarte aus dem Urlaub bekommen und gemerkt, es erfreut immer noch. Mich sogar ein klein wenig mehr als eine SMS-, Signal- oder WhatsApp-Nachricht, ohne dass ich sagen kann, woran es eigentlich liegt. Aber auch digital erfreuen kleine Zeichen, dass die oder der andere an einen denkt.
Genau das finde ich wichtig. Es müssen nicht immer große Worte oder Gesten sein, mit denen man einen anderen bedenkt und beschenkt. Aber so kleine Zeichen die auf irgendeinem Wege sagen: „Ich denke an dich!“, „Ich mag dich!“ „Du bist mir wichtig!“ „Du gehörst dazu!“ oder Ähnliches kosten ganz wenig und bewirken viel. Sie pflegen Zwischenmenschliche Beziehungen und darüber hinaus verkünden sie eine göttliche Botschaft: Du bist wertvoll! Du bist wichtig! Du bist einmalig! Du bist geliebt!
Es kostet nur wenig, uns das gegenseitig zu sagen. WhatsApp ist kostengünstig, aber auch mit Ansichtskarte und Briefmarke sind das nur so ca. 2,40€.
Vielleicht habt ihr ja auch bald einen Urlaub vor euch. Dann gebe ich euch mit, irgendjemandem eine solche Botschaft zu schicken. Egal auf welchem Wege. Vielleicht auch an jemanden, der schon länger nichts mehr von euch gehört hat. Ich bin überzeugt, solche kleinen „göttlichen“ Zeichen kommen gut an.
Ich grüße euch: Kolping treu
Karin