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Vorwort & geistlicher Impuls

Vorwort & Geistlicher Impuls

Vorwort 1. Vorsitzender

Liebe Mitglieder und Freunde der Kolpingsfamilie,

vor Kurzem habe ich mich im Gottesdienst dabei ertappt, wie ich in meine eigene Gedankenwelt abgetaucht bin. Es lag aber nicht am Pfarrer, sondern an einem der Zitate, die im Gotteslob zwischen manchen Liedern abgedruckt sind. Nach dem Lied Nr. 474 heißt es:

„Die Reife eines Menschen
zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst,
den er in der Gemeinschaft leistet.“

Der Satz stammt von Pedro Arrupe y Gondra SJ (1907 – 1991), einem spanischen Ordensgeistlichen, der von 1965 bis 1981 auch Generaloberer des Jesuitenordens war.

Und ich habe mir überlegt, wie viele tolle Dienste innerhalb unserer Kolpingsfamilie geleistet werden, meist lautlos und im Verborgenen: die Mitglieder der Programmgruppe, die sich regelmäßig neue Aktivitäten ausdenken, diese organisieren und durchführen, die Vorstandsmitglieder mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten, die Austräger unseres Quartalsheftes KOLPING AKTUELL und diverser Einladungen, die Mitglieder des Hüttenausschusses, die Mitarbeiter/-innen beim Hüttendienst und bei Sonderbewirtungen, bei der Pflege und Instandhaltung der Kolpinghütte und des Grundstücks, die Expertinnen und Experten für unsere Social-Media-Kanäle, die Helfer/-innen bei der jährlichen Schuhsammelaktion, die Vorbereitungsgruppe des Gartenfestes und die vielen Helfer/-innen bei der Durchführung, die Geburtstagsbesucher/-innen, die Organisatoren der Spielgruppe „Kolpingknirpse“ usw. usw. Wenn ich noch länger darüber nachgedacht hätte, wären mir mit Sicherheit noch viele weitere Dienste eingefallen.

Ja, das ist es, was die Kolpinggemeinschaft ausmacht und wie es auch im Leitbild des Kolpingwerkes formuliert ist:

  • KOLPING lebt vom gemeinschaftlichen Einsatz der Menschen vor Ort. …
  • Vor allem in den Kolpingsfamilien wird KOLPING vor Ort sichtbar und erfahrbar. …
  • Durch soziales und kulturelles Engagement bereichert KOLPING das Leben vor Ort. …

Und schön ist es natürlich auch, die „Früchte“ all dieser Dienste zu genießen. Beim Blick in das Programm der nächsten Monate bietet sich das an, z. B. bei einem Besuch auf der Kolpinghütte, beim gemeinsamen Kochen und Essen, beim Beten und Singen bei der Maiandacht oder beim Hören, Sehen und Staunen im Schlosspark. Ein wichtiger „Dienst“ in der Gemeinschaft ist, wie ich meine, auch die Pflege der Gemeinschaft. Daher ergeht eine herzliche Einladung zu allen Veranstaltungen!

Herzliche Grüße
Martin Joklitschke

Impuls unserer geistlichen Leitung

Emmaus

Ihr kennt sie alle, die Emmausgeschichte. 2 Jünger sind unterwegs und unterhalten sich über die Ereignisse der letzten Tage, also das Abendmahl, den Verrat, das Leiden Christi und seinen Tod. Sie verstehen nicht, wie das passieren konnte. Sie hatten so große Hoffnungen. Und jetzt – alles zerschlagen. Wie soll es jetzt weitergehen? Was sollen sie jetzt tun? Zurück in das „alte“ Leben, bevor sie mit Jesus unterwegs waren? Das geht irgendwie nicht. Man kann nicht so einfach an Vergangenes anknüpfen. Das haben wir alle nach dem Corona-Lock-down erlebt. Da kommt einer dazu und sie kommen ins Gespräch. Die beiden Jünger erzählen, was Sie erlebt haben und der Dazugekommene legt eine „Sicht-von-außen“ dazu. Er hat einen anderen Blickwinkel. Und dann, beim gemeinsamen Mahl geschieht Auferstehung für die beiden Jünger. Sie sehen die Ereignisse plötzlich selber in einem anderen Licht und es macht sich eine neue Hoffnung breit.

Damals, ja, da hat das so „funktioniert“. Und was ist heute? Und was ist mit unseren Erfahrungen und unserem Leben? Ich denke, das kann auch heute noch so „funktionieren“. Eine Hoffnung wird zerschlagen. Wir denken, alles sei aus und wissen nicht wohin unser Weg weiterführen könnte. Doch dann kommt jemand und zeigt einen anderen Weg auf. Rückt unsere Prioritätenliste zurecht oder zeigt Mitgefühl, in dem wir uns aufgehoben fühlen. Und eine neue Hoffnung tut sich auf. Das ist auch Auferstehung.

Das kann wahr werden, wenn wir uns anderen zumuten mit dem was wir sind, was uns umtreibt, was uns bewegt und belastet. Wenn wir miteinander ins Gespräch kommen über unsere Hoffnungen und unseren Glauben. Wenn wir Anteil nehmen und mitfühlend sinds und unseren eigenen Blickwinkel und unsere eigenen Erfahrungen mit ins Gespräch bringen.

Schön, wenn wir immer wieder unterwegs sind nach Emmaus, um miteinander ins Gespräch zu kommen; um uns unserer Hoffnung und unseres Glaubens zu vergewissern.

Ich wünsche euch allen eine „emmausreiche“ Osterzeit.
Karin Fritscher